🐢 Cozy Week #19: New Year, Same Me
Was ich diese Woche gemacht, gelernt und genossen habe
🛁 Was ich diese Woche gemacht habe
Alle Jahre wieder setzen wir uns Neujahrsvorsätze, ob bewusst oder unbewusst. Denn von überall kommt ein unterschwelliger Druck, dass im neuen Jahr alles besser werden muss. Aber tut uns das wirklich gut? Damit habe ich mich in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr beschäftigt. Und ich bin zu dem Entschluss gekommen: Dieses Jahr werde ich mir keinerlei Vorsätze oder Ziele setzen. Alles bleibt, wie es ist: New Year, Same Me.
Ich möchte mich in diesem Jahr viel lieber von „all dem“ lossagen. Vom Druck, immer mehr machen zu müssen. Von dem Stress, der dadurch entsteht und mir im letzten Jahr (und wahrscheinlich lange davor schon) nicht gut getan hat. Wenn man sich das vornimmt, kommen automatisch Fragen auf wie: „Aber werde ich dann nicht faul?“, „Werde ich dann noch so erfolgreich sein?“, „Brauche ich nicht Ziele, damit ich weiß, wo ich hin will?“.
Ich bin mir inzwischen sehr sicher, dass das nicht so ist. Dass das alles nur die Ängste meiner tief gespeicherten Glaubenssätze sind. Denn wenn ich denke, dass ich nur gut bin, wenn ich viel mache, nach außen hin erfolgreich erscheine und große Ziele erreiche – wer bin ich dann, wenn ich das alles sein lasse?
Intuitiv wusste ich, glaube ich zumindest, schon immer, dass mir solche von außen auferlegten Konstrukte nicht gefallen. Aber solange man es nicht hinterfragt, ist man darin gefangen. Und genau dafür LIEBE ich die letzten Tage des Jahres. Alles ist ruhig, jeder macht sein Ding, keiner erwartet etwas von einem. Ich habe super viele kreative Sachen gemacht, gelesen, geschrieben und gedacht. Und irgendwann kommen von ganz allein wunderbare und tiefe Erkenntnisse.
📘 Was ich diese Woche gelernt habe
Damit kommen wir zu einer Sache, die ich mir für 2026 wünsche: Ich möchte mich öfter so fühlen wie „zwischen den Tagen“.
Wenn du das Gefühl nicht kennst, dann nimm deine Urlaube als Beispiel. Warum fühlen wir uns im Urlaub oft so gut? Meistens, weil wir selbstbestimmt sind und den Tag frei gestalten können. Als Selbstständige könnten wir sogar arbeiten, wenn WIR wollen. Aber wir müssen es eben nicht. Wir können wir sein und das machen, was wir gerne machen. Und das fühlt sich gut an.
Wenn ich sage, ich wünsche mir das für 2026, dann soll das kein Ziel in dem Sinne sein, das ich erreichen MUSS. Ich würde mich nur einfach sehr freuen, wenn es irgendwann so ist. Und wenn es nicht so wird, dann ist es auch okay für mich. Denn ich möchte meinen inneren Druck nicht mehr festhalten, sondern durchfließen lassen, akzeptieren was kommt und es wieder gehen lassen. Das klingt für die ein oder andere Person vielleicht etwas arg spirituell, aber ich glaube, dass es der einzige Weg ist, innerlich frei zu werden (dazu habe ich unten ein Hörbuch verlinkt).
Wie oft hast du dir schon Ziele gesetzt, die du nicht erreicht hast? Also ich schon oft. Ich habe den Schmerz, dass sich mein Kochbuch zum Start nicht so krass verkauft hat, wie ich es mir als Ziel gesetzt hatte, bis heute in mir gespeichert. Auch das Ziel, Summe X letztes Jahr zu verdienen, habe ich verfehlt. Einfach, weil Umstände, die ich selbst nicht in der Hand habe, dazu geführt haben. Ich hätte mich stark verbiegen und wahrscheinlich meine Werte übergehen müssen, unfassbar viel Energie aufwenden müssen, damit ich dieses Ziel überhaupt erreichen kann. Ist es das wert?
Was wäre, wenn wir stattdessen lieber akzeptieren, was kommt? Wenn wir unseren Ideen nachgehen, um eine grobe Richtung zu haben, aber uns nicht an einem starren Ziel festkrallen? Es gibt viele Ausgänge, die gut sein können.
💭 Was ich noch realisiert habe:
1. Erlaubnis zur Leichtigkeit
Ich darf mir die Erlaubnis geben, es mir leicht zu machen. Ganz tief in uns drin denken wir oft, dass wir es nur verdient haben, erfolgreich zu sein und Geld zu verdienen, wenn es sich hart anfühlt. Blödsinn!
2. Es ist ein Prozess
Es fühlt sich auch nach Monaten immer noch nicht ganz „gut“ an, entspannter zu arbeiten, weniger zu machen und das Leben cozy anzugehen. Urlaub, Freizeit, auf dem Sofa sitzen – das fühlt sich oft noch nach Faulheit an, weil tief in meinem Kopf gespeichert ist, dass ich immer produktiv sein muss. Ich habe aber gelernt, dass das normal ist im Wandlungsprozess. Es kann sich gar nicht von heute auf morgen „gut“ anfühlen.
3. Unsicherheit vs. Unlust
Viele meiner Hürden und „Kein-Bock-Zeiten“ kommen durch Unsicherheit. Wenn ich genau weiß, wie ich etwas konkret zu tun habe, es mir gemütlich und leicht mache, dann fallen mir viele Aufgaben, die mich sonst gequält haben, deutlich leichter. Z.B. hilft mir bei der Buchhaltung eine Checkliste, die ich abhaken kann (Welche Belege muss ich herunterladen? Wie genau finde ich sie unter welchem Menüpunkt? Welche Rechnungen muss ich manuell erstellen?).
☕ Was ich diese Woche genossen habe
📖 Buch: Mach mal halblang (Matt Haig):
Wenn es ein Buch gibt, das „Cozy Week“ schreit, dann dieses. Matt Haig zerlegt wunderbar, warum uns diese hyper-vernetzte Welt so nervös macht und warum wir uns nicht ständig optimieren müssen. Ein tröstlicher Anker gegen den „New Year, New Me“-Wahn.
🎧 Podcast: Baby got Business – „Bin ich vernetzt oder wirklich verbunden?“:
Eine Folge mit Ragnhild Struss, die sich anfühlt wie Therapie. Es geht unter anderem um die tiefe Frage: Rennen wir nur Verbindungen hinterher oder sind wir wirklich bei uns und anderen? Passt perfekt zum Wochenthema.
🎬 Serie: Severance (Apple TV):
Wenn du das Thema Work-Life-Balance spannend findest, dann wirst du diese Serie über die Trennung von „Arbeits-Ich“ und „Privat-Ich“ lieben. Hier wird das Gedächtnis der Mitarbeiter chirurgisch geteilt. Es ist düster, satirisch und stellt genau die Frage, die mich diese Woche umtreibt: Wer sind wir eigentlich, wenn wir nicht arbeiten? Und warum wollen wir Work und Life am liebsten trennen? Absolute Empfehlung!
Special-Tipp (passend zum Thema “loslassen”):
🎧 Hörbuch: Die Seele will frei sein (Michael A. Singer):
Das ist sicher nicht für jeden was, aber mich hat es tief berührt. Ich hatte schon vorher ein paar Erkenntnisse, die sich dadurch festigen konnten. Es ist spirituell, aber trotzdem – soweit ich es einschätzen kann – psychologisch fundiert. Singer nutzt nur eben abstrakte Begriffe, die sehr verständlich eine Geschichte erzählen. Als Buch wäre es mir vielleicht zu anstrengend gewesen, aber als Hörbuch war es perfekt!
Ich hoffe, du hast ganz viel Freude beim Lesen und mit den verlinkten Dingen 😍
Stay cozy [Bleib gemütlich] ✨
Sina




